dgj206 Klima-Quartier am Bahnhof Kronberg
Zusammen mit den Landschaftsarchitekt:innen von lichtelandschaften Burmester/Treibert PartG mbB hat DGJ hat DGJ Architektur 2024/25 an einem nichtoffenen, einphasigen interdisziplinären Realisierungswettbewerb der Stadt Kronberg im Taunus teilgenommen, durchgeführt von der BSMF mbH in Kooperation mit der ina Planungsgesellschaft mbH und der ProjektStadt. Der Entwurf trägt den Titel „Zeit des Wandels“.
Aufgabe war die Entwicklung eines Bebauungskonzeptes für ein förderfähiges Klimaquartier auf dem rund 1,0 ha großen, ehemaligen Bahngelände unmittelbar am S-Bahnhof Kronberg. Gefordert waren mindestens 66 Wohneinheiten für rund 145 Bewohner:innen (GRZ 0,4, GFZ 1,2, zwei bis vier Vollgeschosse zzgl. Staffelgeschoss), davon 40 Prozent geförderter und 60 Prozent bezahlbarer Wohnraum zu „gedämpften“ Mietpreisen, sowie eine DGNB-Zertifizierung mindestens im Silberstandard.
Städtebaulich schlägt der Entwurf fünf Punkthäuser vor, die eine dem Ort angemessene Bebauungsdichte mit aufgewertetem Grün- und Freiraum verbinden; ein größerer Sockel akzentuiert das erste Haus zum Hotel und zum Casals-Forum auf der anderen Seite der S-Bahn hin. Das Quartier ist autofrei geplant und wird von Süden über eine neue Fahrrad-Straße erschlossen, die auch Feuerwehr, Müllabfuhr und Umzugsverkehr aufnimmt; die rund 120 geforderten Stellplätze liegen überwiegend in der Tiefgarage. Der wiedergeöffnete Winkelbach und durchgrünte „grüne Finger“ zwischen den Häusern schaffen wohnungsnahe Freiflächen und ein verträgliches Mikroklima.
Die Wohnungsgrundrisse sind auf Robustheit und Anpassungsfähigkeit ausgelegt: Alle Geschosse basieren auf derselben Grundkonstruktion und Schachtposition, sodass sich der Wohnungsmix noch spät im Planungsprozess verändern lässt. Ergänzend zu den konventionellen Geschosswohnungen ermöglichen schaltbare Doppeltüren zwischen bis zu vier Wohnungen ein Zusammen- oder Trennen der Einheiten, etwa für Alleinerziehende oder Wohngemeinschaften. Im Erdgeschoss des ersten Hauses ist eine Tagespflege für Senior:innen mit angegliedertem ambulantem Pflegedienst vorgesehen; die darüberliegenden Wohnungen sind altersgerecht und barrierefrei nach dem „Ready“-Standard der Universität Stuttgart konzipiert.Konstruktiv setzt der Entwurf auf einen wirtschaftlichen Holzskelettbau mit Gefachen aus Holzrahmenbau, der sich über alle Gebäude und Geschosse hundertfach wiederholt und einen Vorfertigungsgrad von über 80 Prozent erreicht; die Bäder werden als vorgefertigte Fertigbad-Zellen eingestellt. Die Gebäude erreichen den Standard EH40 und werden über ein kaltes Nahwärmenetz aus Geothermie sowie dezentrale Wärmepumpen versorgt, ergänzt durch Photovoltaik auf den Dachflächen. Begrünte Südfassaden mit Tröpfchenbewässerung, textile Senkrechtmarkisen und eine Regenwasserbewirtschaftung über Zisternen und Mulden runden das Klimaanpassungskonzept ab.






